| 332 Jahre Theater in Braunschweig |
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Das über 300jährige Bestehen des heutigen Braunschweigischen Staatstheaters ruft ein bedeutendes Kapitel deutscher Theatergeschichte ins Bewußtsein. Auf braunschweigischem Boden stand die Wiege des deutschen Theaters. Im Dom von Gandersheim wurden einst die noch lateinisch geschriebenen Dramen der Nonne Roswitha aufgeführt. Im Schloß Wolfenbüttel standen zum ersten Male Berufsschauspieler auf der Bühne, die unter der Anleitung von Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel in deutscher Sprache die Dramen jener Zeit spielten. Seit 1671 kennt die Stadt Braunschweig fürstliche Opernaufführungen. Neunzehn Jahre später entstand durch Umbau des Hagener Rathauses das erste Theater der Stadt. In den seither vergangenen 332 Jahren durchlebte das Braunschweiger Theater die Höhen und Tiefen, wie sie allen Bühnen dieser Zeit widerfuhren. Aus der wechselvollen Geschichte sei hier lediglich der Anfang des 19. Jahrhunderts in die Erinnerung zurückgerufen, als die braunschweigische Prinzessin Anna Amalia mit ihrem „Musenhof“ in Weimar den Boden für die deutsche Klassik bereitete. Ihr Sohn Karl August wurde zum Freund und Förderer Goethes dessen „Faust“ unter Theater direktor Klingemann in Braunschweig noch zu Lebzeiten des Dichters aufgeführt wurde. Auf dem Theaterzettel jener Jahre finden wir Kleists „Kätchen von Heilbronn“ Shakespeares „König Lear“, aber auch Rossinis „Diebische Elster. Lessings „Emilia Galotti", die in Braunschweig einst uraufgeführt wurde. Schon diese wenigen Hinweise, diese wenigen Namen, bezeugen, wie sehr sich in dem 332 Jahre alten Braunschweiger Theater ein gutes Stück deutscher Theatertradition verkörpert, eine Tradition, die lebendig in die Gegenwart hineinwirkt. Heute wie damals, so scheint mir, steht gerade das Braunschweiger Theater unter dem Wort Schillers „Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und ernstere Aufgabe als die, den Menschen zu beglücken.“ |