Am 12. und 13.09 dirigiert Alexander Joel das erste Sinfoniekonzert der Saison. Das Staatsorchester Braunschweig begleitet unter seiner Leitung Liana Aleksanyan,
die Lieder von Richard Strauss singt. Außerdem steht Anton Bruckners sechste
Sinfonie auf dem Programm.
ab 15.00 im Großen und Kleinen Haus, Eintritt frei!
Das Staatstheater Braunschweig öffnet seine Türen und lädt ein zum großen Braunschweiger Theaterfest!
![]() | Neustart - Vier Premieren in vier Tagen: * 23.09. Uraufführung Auftragswerk »Aller Tage schwarzer Kater« von Anne Nather |

| Wehe, wenn die Damen sich verbünden |
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| Geschrieben von: Braunschweiger Zeitung |
| Montag, 26. Oktober 2009 um 16:21 Uhr |
Wehe, wenn die Damen sich verbündenUnterhaltsame Inszenierung der Strauß-Operette "Wiener Blut" am Staatstheater Braunschweig gefeiert Von Andreas Berger
Alles dreht sich. Das Prater-Riesenrad auf dem Bühnenboden gibt es vor: Da walzert eine Epoche dem Untergang zu. Vom Wiener Kongress, auf dem die Operette spielt, bis zum Ende der K.u.K-Monarchie, das zur Entstehungszeit des Stücks dämmert, ist es nur eine Drehung. Bis heute eine weitere, und immer pulst ein neues, frisches Blut. Thomas Enzinger lässt in seiner quirligen Braunschweiger Neuinszenierung der Strauß-Operette die Amoral regieren – in Gestalt der kleinwüchsigen Schauspielerin Monika Maria Ullemeyer mit Glatze und skurril blinkender Brille eine zynisch die Wahrheit hinter all dem Schmäh aufzeigende Kommentatorin, die dem zügellosen Treiben mit innerer Freude immer weiter Zucker gibt. Grandios gespielt!
Dazu passen die von Toto schrill überdrehten Kostüme, die roten Jahrmarktsherzen als Heuringenlauben, die Riesen-Emus und . Herrlich wie der Damenchor zum Publikum hin seine Toilette vervollständigt. Überhaupt sind die Damen die Glanzlichter des Abends. Simone Lichtenstein spielt mal schnippisch-pikiert, mal erotisch gurrend die offizielle Geliebte des Grafen Zedlau, auch stimmlich mit variablem, farbenreich schillerndem Sopran. Dagegen leiht Susanna Pütters der zurückgekehrten Gräfin ihre ruhig leuchtende Stimme und spielt mit hinreißendem Charme die ironische Überlegenheit einer Gattin, für die der Mann durch seine Eskapaden erst wieder interessant wird. Wehe, wenn sich die beiden verbünden! Denn der Graf pirscht sich an eine neue Geliebte heran, Moran Abouloff mit hübschem Soubrettenton. Tobias Haaks hat als Graf mit seinem schwergängigen Tenor nicht die typische, leicht schmelzende Operettenstimme und findet nur mit Kraft zu Klang. Dagegen ist Frank Matthias als Kammerdiener ein flexibler Bariton von Gnaden. Wie er in der Briefszene den hühnenhaften Grafen umspielt, zeigt Enzingers vorzügliche Personenführung. Trotzdem hätte er in den witzig und brillant gespielten Intrigenreigen noch etwas kürzen müssen. Das Streitduett der Nebenfiguren will man nach fast drei Stunden einfach nicht mehr, da will man nur noch das Finale. Auch das Couplet des Karussellbesitzers (Wolf Aurich) müsste politisch viel zugespitzter sein, so war’s fad. Als sächselnder Minister punktet mit kultiviertem Bariton Henryk Böhm. Insgesamt ist dieses "Wiener Blut" voller Kraft, voller Glut und lässt keinen Zweifel, dass das wiederverbundene Grafenpaar bald wieder getrennte Eroberungen macht. Sebastian Beckedorf trägt mit dem Staatsorchester ein süffiges Klangbild bei. Vielleicht müsste er manchmal zugunsten der Bühne etwas dämpfen. Doch Eleganz und Verve hat sein Dirigat. Starker Applaus für alle im ausverkauften Haus. Wieder am 27. Oktober, 7., 21. November. Karten: (0531) 1 23 45 67. |