Am 12. und 13.09 dirigiert Alexander Joel das erste Sinfoniekonzert der Saison. Das Staatsorchester Braunschweig begleitet unter seiner Leitung Liana Aleksanyan,
die Lieder von Richard Strauss singt. Außerdem steht Anton Bruckners sechste
Sinfonie auf dem Programm.
ab 15.00 im Großen und Kleinen Haus, Eintritt frei!
Das Staatstheater Braunschweig öffnet seine Türen und lädt ein zum großen Braunschweiger Theaterfest!
![]() | Neustart - Vier Premieren in vier Tagen: * 23.09. Uraufführung Auftragswerk »Aller Tage schwarzer Kater« von Anne Nather |

| Eine Frau auf Irrfahrt |
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| Geschrieben von: Braunschweiger Zeitung |
| Dienstag, 06. Oktober 2009 um 14:45 Uhr |
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Eine Frau auf IrrfahrtAbgründige Premiere – "Harper Regan" im Kleinen Haus des Staatstheaters Von Florian Arnold
![]() Für den Start in die neue Spielzeit im Kleinen Haus hat sich das Staatstheater Braunschweig einen spannenden Autoren ausgesucht. Simon Stephens ist der wohl meist diskutierte junge Dramatiker Großbritanniens. Der 38-Jährige hat keine Angst vor großen Themen. Gefeierte Stücke wie "Motortown" und "Pornografie" drehen sich um den Irak-Krieg und Terror-Anschläge. "Harper Regan" dagegen schildert zwei Tage im Leben einer 41-jährigen Angestellten, Ehefrau und Mutter. Sie will ihren todkranken Vater besuchen, kommt zu spät, ersticht um ein Haar eine Kneipen-Bekanntschaft, hat Sex mit einem Internet-Bekannten, kehrt zurück und kommt einem 17-jährigen Nachbarsjungen sehr nahe.
Anti-Helden im Sprühregen Das könnte man sich furios und knallig ins Bild gesetzt vorstellen. Aber Constanze Kreusch inszeniert "Harper Regan" im Kleinen Haus ganz anders. Als ruhiges, kühles Dialogstück. Hinter einem Vorhang aus feinem Sprühregen, in einem verwinkelten Sandkastengebirge, begegnen sich Stephens Anti-Helden. Und reden eine Menge Zeugs aufeinander ein. Das klingt anstrengend, und das ist es auch. Dennoch gelingt der Abend, von einigen Längen abgesehen, spannend und dicht. Petra Wilkes düstere Bühne ist ein stimmiges Abbild des dunklen Innenlebens der Figuren. Und ihre Geheimnisse interessieren uns, weil Stephens Geschöpfe nicht konstruiert wirken, sondern zeitgemäß und echt. Da gibt es Männerfiguren, getrieben von einer nervösen, sexuell angestachelten Unruhe. Tilmar Kuhn und Roman Schmelzer verkörpern diese Typen sehr prägnant. Großmäulig und haltlos mischen sie mit in einer ultraliberalen Gesellschaft, deren Abgründe sie zugleich durchschauen, genießen und erleiden. Zynisch brüsten sie sich mit ihrer Lust an Internet-Sex, mit ihrer Arbeitswut und deren Sinnlosigkeit. Kathrin Reinhardt setzt Harper Regan als eine Frau dagegen, die sich vor den Zumutungen der Männerwelt in sich zurückgezogen hat. Sie ist Dreh- und Angelpunkt des Stückes, fast immer auf der Bühne präsent. Ihre Verletzlichkeit und ruhige Beharrlichkeit vermittelt die Reinhardt einfühlsam und glaubhaft. Allerdings könnte die Inszenierung die Entwicklung Harpers im Lauf des Stücks stärker herausarbeiten. Diese dramatische Spannungsquelle der Vorlage wird im Kleinen Haus zu wenig angezapft. Dunkles Familien-Geheimnis Dabei reift Harper im Lauf der vergeblichen Irrfahrt zu ihrem Vater. Sie erwehrt sich plumper Avancen und nimmt sich selbst einen Liebhaber. Sie gesteht einem 17-Jährigen, dass er sie anzieht – und sich selbst ein, dass an den Pädophilie-Vorwürfen gegen ihren Mann doch etwas dran sein könnte. Das ist das dunkle Geheimnis, das auf Harpers Familie lastet. Andreas Bruno Beeke und Claudia Plöckl spielen ihren gebrochenen Mann und die aufmüpfige Tochter sensibel mit verletzlichem Trotz. Ein beklemmender, aber intensiver Abend. Wieder am 9. und 16. Oktober und am 7., 19., 21. und 22. November. Dienstag, 06.10.2009
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