Am 12. und 13.09 dirigiert Alexander Joel das erste Sinfoniekonzert der Saison. Das Staatsorchester Braunschweig begleitet unter seiner Leitung Liana Aleksanyan,
die Lieder von Richard Strauss singt. Außerdem steht Anton Bruckners sechste
Sinfonie auf dem Programm.
ab 15.00 im Großen und Kleinen Haus, Eintritt frei!
Das Staatstheater Braunschweig öffnet seine Türen und lädt ein zum großen Braunschweiger Theaterfest!
![]() | Neustart - Vier Premieren in vier Tagen: * 23.09. Uraufführung Auftragswerk »Aller Tage schwarzer Kater« von Anne Nather |

| Tanz in der Hölle |
|
|
| Geschrieben von: Braunschweiger Zeitung |
| Samstag, 31. Oktober 2009 um 11:49 Uhr |
Tanz in der HölleLana Amoroy tritt m Staatstheater in Sartre-Ballett auf Von Andreas Berger
Ein Kammerstück für drei Tänzer wird Eva-Maria Lerchenberg-Thönys Fassung von Sartres Höllendrama "Geschlossene Gesellschaft", das heute Abend im Kleinen Haus des Staatstheaters Braunschweig Premiere hat. Zwei Besetzungen hat sie dafür. "Die sind beide auf ihre Art so stark, dass ich sie mein Silber- und mein Violett-Team genannt habe, nicht etwa A- und B-Besetzung", sagt die Tanzdirektorin. Jean-Paul Sartre hat die beiden Frauen Estelle und Inès mit dem Journalisten Garcin zusammengesperrt, und die drei machen sich das Leben zur Hölle. "Die psychologischen Machtspiele sind faszinierend", findet Lerchenberg-Thöny. Team Violett tanzt die Premiere. Die neu engagierte Brasilianerin Lana Amory ist als Inès dabei. "Inès ist eine starke Frau, die weiß was sie will: nämlich Estelle, die Mitgefangene", sagt Amory. Diese Entschiedenheit komme ihrem Charakter entgegen: "Wenn ich etwas will, dann bleibe ich dran. Aber ich würde nicht solche Tricks anwenden wie Inès", erzählt die 35-Jährige. Insofern entspreche ihr privates Ich eher den weichen Zügen der Estelle. "Aber auf der Bühne probiert man ja gern etwas anderes aus." Lerchenber-Thöny will vor allem diese realistische Ebene choreographieren. Die philosophische Ebene, die der große Existentialist mit seinem Stück anstrebt, müsse in den Zuschauern stattfinden: Sich bewusst werden, dass nur Taten eine Gesellschaft verändern können, man sich gegenseitig die Hölle bereiten kann, aber auch frei ist, sich anders zu verhalten. "Obwohl ich glaube, dass man zu solchen Entscheidungen nur am Anfang eines Konflikts noch frei ist, danach beginnt die Zerfleischung, da kommt man dann auch nicht so einfach raus", findet die Choreographin. Sie hat zunächst mit den Tänzern das Stück gelesen. Dann probte sie mit den beiden Teams – getrennt. "Wir haben uns am Schluss auch nicht mehr gegenseitig zugesehen, weil man sich dann doch vielleicht etwas angenommen hätte von der Kollegin", erzählt Lana Amory. Nach ihren Anfängen in Sao Paulo war sie schon einmal bei Lerchenberg-Thöny engagiert, in Augsburg. Nun kommt sie über Stationen in Innsbruck und München wieder zu ihr zurück. "Ich fühle mich erst jetzt reif für eine solche Rolle" sagt die Mutter eines Sohnes. "Lana hatte immer Talent, aber jetzt hat sie auch Persönlichkeit, darum ist sie jetzt genau richtig für diese Rolle", bestätigt die Tanzdirektorin. Samstag, 31.10.2009 |