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Fröhliche Frau entdeckt den Weltschmerz |
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Geschrieben von: Braunschweiger Zeitung
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Freitag, 27. August 2010 um 16:11 Uhr |
Fröhliche Frau entdeckt den Weltschmerz
Zum Auftakt der Domkonzerte Königslutter singt Julia Rutigliano das Alt-Solo in Mahlers 3. Sinfonie
Von Andreas Berger 
Es gibt sicher fröhlichere Texte als das Zitat aus Friedrich Nietzsches "Zarathustra": "Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht! O Mensch! Tief! Tief ist ihr Weh
Da sitzt man nun der grundlebendigen, wohlgemuten Sängerin Julia Rutigliano gegenüber, die mit ihrem fränkisch gerollten R vom Skifahren erzählt, von Ausflugsfahrten mit dem Cabriolet und ihrer Vorbereitung auf die rassige Partie der Carmen bei der Wiederaufnahme im Braunschweiger Staatstheater.
Und soll sich doch konzentrieren auf jene dunklen Verse, die sie zum Saisonauftakt der Domkonzerte Königslutter am 5. September mit dem Staatsorchester singen wird. Schuld ist Gustav Mahler, der die Zerrissenheit der Welt in jenes Wechselspiel aus dunklen Philosophenversen und fröhlichen Volksliedern aus der Sammlung "Des Knaben Wunderhorn" bannte.
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Nebenrolle für die Eintracht beim "Freischütz" |
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Geschrieben von: Braunschweiger Zeitung
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Montag, 16. August 2010 um 11:20 Uhr |
Nebenrolle für die Eintracht beim "Freischütz"
Premierenfeier nach Freiluftoper – Spielstände der Pokalpartie machten die Runde
Von Ralph-Herbert Meyer 
Die Erleichterung war dem neuen Generalintendanten des Staatstheaters, Joachim Klement, bei seiner Ansprache auf der Premierenfeier im Innenhof der Handwerkskammer vor einer illustren Schar Geladener anzumerken. Es blieb trocken.
Das gilt vordergründig. Aber mit dem "Freischütz" auf dem Burgplatz hat Joachim Klement am Sonnabend seine Feuertaufe in Braunschweig bestanden. Die Oper von Carl Maria von Weber war das erste Stück unter seiner Führung. Die Gäste bewerteten die Aufführung wohlwollend positiv. Das wiegt schwerer.
Klement sprach von einer "großartigen Vorstellung". Er erzählte, wie er vor gut zwei Jahren erstmals mit dem Opernereignis des Jahres in Berührung gekommen war. Nach einem Gespräch bei Oberbürgermeister Gert Hoffmann sei er in den Dom gegangen. Die Türen des Gotteshauses hätten offen gestanden und hereingeweht seien Proben-Klänge des "Fliegenden Holländers". Die Wagner-Oper wurde zu einem großen Erfolg.
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Frühlingsweben, Liebeswerben, Himmelserotik |
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Geschrieben von: Braunschweiger Zeitung
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Montag, 16. August 2010 um 09:36 Uhr |
Frühlingsweben, Liebeswerben, Himmelserotik
Carl Orffs "Carmina Burana" mit dem Staatsorchester Braunschweig wetterbedingt in der Stadthalle
Von Andreas Berger
Carl Orffs mittelalterliche Gesänge der "Carmian Burana" sind Expressionismus, geschärfter Holzschnitt, nicht Alte Musik. Sebastian Beckedorf ließ da in seiner dynamisch spannungsstarken Interpretation mit dem Staatsorchester keinen Zweifel. Wuchtig klingt der Fortuna-Chor im Takt eines schwerfälligen Rades, dann wieder kommen messerscharf prägnant die Textsilben wie tausend kleine Rädchen der einen großen Maschine Welt. Begeisternd, wie der Braunschweiger Domchor, vorbereitet von Gerd-Peter Münden und Arno Brüers, das artikuliert, und die Kinder der Kurrende II helfen mit. Eindrucksvoll zudem, wie ausdauernd der Domchor auch die kraftvollen Passagen meistert und wie stilsicher er sich den Spielarten des Frühlings- und Liebeswebens hinzugeben vermag.
Da zaubert Beckedorf schön weich das Aufgehen des Frühlings (Veris leta), lässt drängend schnell den Tanz ausführen, dann beschwingt atmend das Grünen des Waldes (Floret Silva). Der Reigen gerät vielleicht etwas zu träge, doch so lotet er die Extreme aus. Und wenn die 30 Männerstimmen präzise ihre Trinkarie ins Rollen bringen (Bibit hera), baut sich das zu einem satten Rausch auf.
Ein Glücksfall sind auch die Solisten. Tenor Steffen Doberauer charakterisiert den gebratenen Schwan mit Kopfstimme und furchtvollen Wacklern vor den bleckenden Zähnen. Seine Platzierung beungünstigt freilich eine Stadthallenhälfte. Mit schön warmem Bariton empfiehlt sich Orhan Yildiz, der als saufender Abt auch dramatisch aufdrehen kann, aber vor allem durch seine Liebesrede mit geschmeidiger Kopfstimme auffällt (Dies, nox).
Beglückend das Wiedersehen mit Rebecca Nelsen, die wunderschön weich und innig (und kokett) das Liebesjoch trägt (In trutina) und sich mühelos, treffsicher und leuchtend schön in die Höhen des "Dulcissime" schwingt. Himmelserotik! Mit solchen Sängern und Chören könnte man die Orff-Oper mal wieder inszenieren. Heftiger Applaus.
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Handgranaten in der Wolfsschlucht |
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Geschrieben von: Braunschweiger Zeitung
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Sonntag, 15. August 2010 um 10:48 Uhr |
Handgranaten in der Wolfsschlucht
Mitreißende "Freischütz"-Premiere in der Burgplatz-Arena des Staatstheaters Braunschweig
Von Andreas Berger 
"Freischütz"-Premiere in der Burgplatz-Arena. Zur drückenden Musik von Webers Freischütz-Ouvertüre naht von der einen Seite Samiel, der schwarze Jäger mit breitem Gangster-Hut, von der anderen ganz in Weiß der Eremit, auch er mit Cowboystiefeln und Fransenjacke.
Handschlag, die Wette gilt. Vom Hochstand aus werden sie abwechselnd beäugen, wie sich die Menschen durchs Erdenleben schlagen.
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Frei-Schützenfest |
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Geschrieben von: Braunschweiger Zeitung
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Samstag, 14. August 2010 um 09:18 Uhr |
Frei-Schützenfest
Carl Maria von Webers romantische Oper hat am 14.08.2010 auf dem Burgplatz Premiere – Mark Adler singt den Max
Von Andreas Berger 
"Durch die Wälder, durch die Auen" – die Arie des Jägerburschen Max in Carl Maria von Webers "Freischütz" klingt wie ein Manifest der Romantik.Erst schmelzende Naturbeschreibung als Zeichen der Übereinstimmung von Mensch und Schöpfung, dann der dramatische Ausbruch: "Mich fasst Verzweiflung, foltert Spott". Der Druck von Gesetz und Tradition, der Probeschuss, um Erbförsterei und Geliebte zu erringen, entzweit den Menschen mit dem natürlichen Urvertrauen, das Selbstbewusstsein ist angeknackst.
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