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Nebenrolle für die Eintracht beim "Freischütz" Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Braunschweiger Zeitung   
Montag, den 16. August 2010 um 13:20 Uhr

Nebenrolle für die Eintracht beim "Freischütz"

Premierenfeier nach Freiluftoper – Spielstände der Pokalpartie machten die Runde

Von Ralph-Herbert Meyer

Generalintendant Joachim Klement nach seiner ersten Freiluft-Inszenierung in Braunschweig. Foto: Peter Sierigk

Die Erleichterung war dem neuen Generalintendanten des Staatstheaters, Joachim Klement, bei seiner Ansprache auf der Premierenfeier im Innenhof der Handwerkskammer vor einer illustren Schar Geladener anzumerken. Es blieb trocken.

Das gilt vordergründig. Aber mit dem "Freischütz" auf dem Burgplatz hat Joachim Klement am Sonnabend seine Feuertaufe in Braunschweig bestanden. Die Oper von Carl Maria von Weber war das erste Stück unter seiner Führung. Die Gäste bewerteten die Aufführung wohlwollend positiv. Das wiegt schwerer.

Klement sprach von einer "großartigen Vorstellung". Er erzählte, wie er vor gut zwei Jahren erstmals mit dem Opernereignis des Jahres in Berührung gekommen war. Nach einem Gespräch bei Oberbürgermeister Gert Hoffmann sei er in den Dom gegangen. Die Türen des Gotteshauses hätten offen gestanden und hereingeweht seien Proben-Klänge des "Fliegenden Holländers". Die Wagner-Oper wurde zu einem großen Erfolg.


Das Lächeln wollte nicht mehr aus dem Gesicht weichen: Schauspieler Andreas Jäger (Mitte) auf der Premierenfeier.    Foto: Peter Sierigk

Oper auf dem Burgplatz – das ist etwas Besonderes. Diesmal trug Klement die Verantwortung. Sie wurde zur Freude nicht zur Bürde. Der Nachfolger von Wolfgang Gropper lobte vor allem "Freischütz"-Regisseur Andreas Baesler. "Er hat den Kern der deutschen Nationaloper freigelegt. Es geht darum, dass ein junges Paar nicht zusammenkommen darf, weil die Regeln der Welt, die es umgibt, nicht zulassen." Da hat die 1821 in Berlin uraufgeführte Oper in der Braunschweiger Inszenierung durchaus noch Bezüge zur Ist-Zeit.

Neben Sängerinnen und Sängern verdiente sich mit Schauspieler Andreas Jäger, auch ein gebürtiger Braunschweiger, ein Sonderlob. Jäger spielte als der schwarze Jäger Samiel eine bedeutende Sprechrolle. Ihm stand nicht nur auf der Bühne, sondern auch bei der Feier die Freude und der Stolz ins Gesicht geschrieben, die er bei dem bemerkenswerten Auftritt in seiner Heimatstadt, auf dem Burgplatz empfand.

Der Vorstandsvorsitzende vom Sponsor BS-Energy, Francis Kleitz, sprach in seiner kurzen Rede von einer großen Premiere des Generalintendanten in Braunschweig. Kleitz erklärte, dass sein Unternehmen auch im nächsten Jahr die Partnerschaft für das Burgplatz-Open-Air fortsetzen werde. Einige Gäste der sympathisch ausgerichteten Premierenfeier wünschen sich dann wieder eine italienische Oper. Im Gedächtnis geblieben ist die großartige Aufführung von Puccinis "Madama Butterfly" aus dem vergangenen Jahr.

Nicht nur künstlerisch, sondern auch gesellschaftlich ist die Premiere der Freiluft-Opern stets ein Höhepunkt. Unter den Gästen der Premierenfeier war nahezu alles vertreten, was Rang und Namen hat in Braunschweig. Selbst Eintracht-Vizepräsident Rainer Ottinger war nach dem 1:2 Eintrachts im Pokal noch gekommen. Das Ergebnis musste er niemandem mehr mitteilen. Selbst die Zwischenstände hatten die Runde gemacht. Der Feierlaune schadete die Niederlage nicht.

Montag, 16.08.2010
 

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