| Nur kein Walzer! |
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| Geschrieben von: Martin Bertram |
| Samstag, den 27. November 2010 um 11:05 Uhr |
Nur kein Walzer!Wiedersehen mit Thomas Blondelle in der "Fledermaus" Von Florian Arnold
Thomas Blondelle – dieser junge, begabte Tenor scheint wie geschaffen für spritzige Operetten-Inszenierungen. Quietschvergnügt wirkt er im Gespräch kurz vor der Premiere von "Die Fledermaus" heute Abend, 19.30 Uhr, im Großen Haus des Staatstheaters. Er lacht viel, gestikuliert, scherzt – der gebürtige Belgier scheint mit sich und der Welt im Reinen. Kein Wunder: Für seine 28 Jahre hat er bereits eine beachtliche Karriere hingelegt, vor zwei Jahren den Sprung an die Deutsche Oper Berlin geschafft. Angst habe er eigentlich nur vor einer Zumutung, sagt Blondelle: auf der Bühne tanzen zu müssen. "Das liegt mir gar nicht. Blondelle-Walzer haben traurige Berühmtheit unter Kollegen." Mal schauen, wie er sich nun in der Rolle des Grafen Eisenstein aus der Affäre zieht. Für sie ist Blondelle als Gast ans Staatstheater zurückgekehrt, wo er 2006 sein erstes festes Engagement erhalten hatte. Auch das sei ein kleines Wunder gewesen. Eine Agentur hatte ihm das Vorsingen in der Stadt vermittelt, deren Namen er ebenso wenig kannte wie Deutsch – trotzdem wurde er vom Fleck weg angestellt. Ein Glück, sagt Blondelle, denn in Belgien gebe es nur drei große Opernhäuser, und die verpflichteten auschließlich Gastsänger – allerdings kaum unbekannte Talente, "und schon gar keine aus Belgien". Für das Theater hatte Blondelle sich schon als Schüler in Brügge begeistert. Das Schauspielen ist ihm auch in der Oper wichtig. "Oper ist für mich vor allem Bewegung – und Intensität", sagt Blondelle. Es gehe um die ganz großen Gefühle. Nicht jeder könne sich darauf einlassen. "Es bringt daher nichts, junge Leute mit großem Marketing-Aufwand die Bedeutung der Oper einzuimpfen – überzeugen können nur starke Inszenierungen", sagt er. Auf die Braunschweiger Jahre sieht Blondelle gerne zurück – und lobt Chor und Orchester. "Das ist wirklich ausgezeichnet – natürlich abhängig davon, wer davor steht." Der größte Unterschied zu Berlin sei, dass er dort oft mit ganz großen Kollegen zusammenarbeiten könne. "Ich lerne mit den Augen und Ohren, aber auch mit dem Herzen." Es seien Kleinigkeiten und Charisma, die die "Magie" von Roberto Alagna oder Jonas Kaufmann ausmachten. An guten Abenden gehe es aber auch in Braunschweig magisch zu – vielleicht wird heute so einer. Samstag, 27.11.2010 |